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    Konzentrierter Kindergruppen-Moment – Yoga als festes Ritual im Morgenkreis
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    Kita & Schule

    Yoga im Morgenkreis: Wie der Einstieg ohne Vorkenntnisse gelingt

    30. August 20266 Min. LesezeitFür Kita & Grundschule

    Kurz erklärt

    Yoga im Morgenkreis braucht keine Yoga-Ausbildung: 3–5 Minuten täglich, immer an derselben Stelle, in der Dreiteilung Aktivieren → Fokussieren → Beruhigen. Mit Bildkarten zieht ein Kind die Übung des Tages; nach 2–3 Wochen kommen Gruppen schneller zur Ruhe. Funktioniert im Sitzkreis, ohne Matten, mit 15–25 Kindern.

    Erzieher:innen erzählen mir in Fortbildungen immer wieder dasselbe: „Kinderyoga würde uns guttun, aber ich bin keine Yogalehrerin.“ Die gute Nachricht: Das müssen Sie auch nicht sein. Kinderyoga in der Kita braucht keine Ausbildung, keine Matten und keine 30 Minuten. Es braucht eine klare Struktur, Bilder statt Anweisungen – und die Bereitschaft, mit fünf Minuten anzufangen.

    Ich unterrichte seit über zehn Jahren Yoga, davon viele Jahre mit Kindern zwischen drei und zehn, und bin selbst Mutter von zwei Kindern. Was hier steht, ist das, was in Gruppen von 15 bis 25 Kindern tatsächlich funktioniert.

    Warum der Morgenkreis der richtige Ort ist

    Der Morgenkreis hat drei Eigenschaften, die ihn ideal machen: Die Gruppe ist bereits versammelt, sie sitzt im Kreis (jedes Kind sieht jedes), und es gibt ohnehin ein Ritual. Yoga ersetzt nichts – es wird ein fester Baustein von drei bis fünf Minuten, immer an derselben Stelle, zum Beispiel nach dem Begrüßungslied.

    Die Wirkung zeigt sich nach zwei bis drei Wochen: Kinder kommen schneller zur Ruhe, die Übergänge in die Freispielphase werden weniger chaotisch, und einzelne Kinder beginnen, die Übungen selbstständig zu nutzen, wenn sie aufgeregt sind.

    Das Grundprinzip: erst Bewegung, dann Ruhe

    Der häufigste Fehler ist, mit einer Entspannungsübung zu beginnen. Kinder, die gerade angekommen sind, haben Energie – die muss erst raus. Jede Mini-Einheit folgt deshalb derselben Dreiteilung:

    1. Aktivieren (1 Minute): eine laute, große Übung – der Löwe, der Frosch, der Hund.
    2. Fokussieren (1–2 Minuten): eine Gleichgewichts- oder Partnerübung – der Baum, der Flamingo, die Brücke zu zweit.
    3. Beruhigen (1–2 Minuten): eine ruhige Haltung mit Atem – die Schildkröte, die müde Katze, die Bauchatmung mit der Hand auf dem Bauch.

    Bilder statt Anweisungen

    „Streckt die Arme nach oben“ erreicht vielleicht die Hälfte der Gruppe. „Ihr seid Bäume und wachst zur Sonne“ erreicht alle. Kinder im Kita-Alter denken in Bildern und Geschichten. Deshalb arbeite ich ausschließlich mit Tier- und Naturbildern – und mit Bildkarten.

    Bildkarten lösen gleich mehrere Praxisprobleme:

    • Sie entlasten die Fachkraft. Niemand muss Übungen auswendig kennen oder selbst vorturnen. Die Rückseite erklärt in zwei Sätzen, worauf es ankommt.
    • Sie schaffen Partizipation. Ein Kind zieht die Karte des Tages. Das ist für Dreijährige ein Ereignis – und es verteilt Verantwortung in der Gruppe.
    • Sie machen das Ritual sichtbar. Die gezogene Karte bleibt den Tag über am Morgenkreis-Platz hängen. Kinder kommen zurück und wiederholen die Übung von selbst.

    Aus genau diesem Bedarf habe ich mit Yomeda Yoga-Bildkarten für Kinder entwickelt – 50 Karten mit Tier- und Naturhaltungen, Anleitung auf der Rückseite, in einer Magnetbox, die den Kita-Alltag übersteht. Das Prinzip funktioniert aber mit jedem Kartenset oder mit selbst gemalten Karten der Kinder.

    Ein Wochenplan für den Einstieg

    Woche 1 – nur Aktivieren. Jeden Morgen eine laute Übung. Ziel: Die Kinder kennen das Ritual. Kein Ruhe-Anspruch.

    Woche 2 – Aktivieren + Fokussieren. Die Balance-Übung kommt dazu. Wackeln und Umfallen sind ausdrücklich erlaubt („der Wind weht“).

    Woche 3 – die volle Dreiteilung. Zum Abschluss die Bauchatmung: Hand auf den Bauch, „der Bauch wird ein Ballon“. Fünf Atemzüge reichen.

    Ab Woche 4 – Kinder übernehmen. Ein Kind zieht die Karte, ein anderes zeigt die Übung. Die Fachkraft moderiert nur noch.

    Häufige Stolpersteine

    „Ein Kind macht nicht mit.“ Muss es nicht. Zuschauen ist Teilnahme. Die meisten steigen nach einigen Tagen von selbst ein.

    „Die Gruppe wird albern.“ Albernheit beim Löwen ist gewollt. Wichtig ist nur, dass die Ruheübung am Ende konsequent kommt – sie ist der Anker.

    „Wir haben keinen Platz.“ Alle genannten Übungen funktionieren im Sitzkreis oder im Stehen am Platz. Keine Matten nötig.

    Was Sie dafür brauchen

    Drei bis fünf Minuten, einen festen Platz im Morgenkreis und eine Handvoll Bilder. Den Rest bringen die Kinder mit.

    Bildkarten für den Morgenkreis

    50 Yoga-Bildkarten mit Anleitung auf der Rückseite – robust genug für den Kita-Alltag.

    Häufige Fragen zu Yoga im Morgenkreis

    Braucht man eine Kinderyoga-Ausbildung für den Morgenkreis?

    Nein. Mit einer klaren Dreiteilung (Aktivieren → Fokussieren → Beruhigen) und Bildkarten kann jede Fachkraft sofort starten.

    Wie viel Zeit braucht Yoga im Morgenkreis?

    Drei bis fünf Minuten täglich, immer an derselben Stelle im Ablauf – zum Beispiel nach dem Begrüßungslied.

    Funktioniert das auch in großen Gruppen?

    Ja, die beschriebene Struktur ist für Gruppen von 15 bis 25 Kindern erprobt und funktioniert im Sitzkreis ohne Matten.

    Ab wann zeigt sich eine Wirkung?

    Nach zwei bis drei Wochen: Kinder kommen schneller zur Ruhe und nutzen einzelne Übungen selbstständig, wenn sie aufgeregt sind.

    Themen:

    Kinderyoga
    Kita
    Morgenkreis
    Grundschule